Ausrüstung und Kaufberatung
Welche Ausrüstung sich für den Einstieg lohnt – und welche nicht. Mit Grundbegriffen, Entscheidungshilfe und ehrlichen Preisen.
Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger · So wählen wir aus

Die Frage nach dem «richtigen Teleskop» steht am Anfang fast jeder Astronomie-Leidenschaft. Die gute Nachricht: Du musst nicht viel Geld ausgeben, um viel zu sehen. Die schlechte: Es gibt auch viele Geräte, die mehr versprechen, als sie halten. Auf diesen Seiten findest du eine ehrliche Orientierung – mit Beispielmodellen, Preisen und den Nachteilen, über die in der Werbung niemand spricht.
Wie kommst du zum ersten Instrument?
- Mit blossem Auge beginnen. Lerne ein paar Sternbilder kennen und beobachte den Mond durch seine Phasen. Eine drehbare Sternkarte oder eine App hilft dabei. Siehe Erste Schritte.
- Ein Fernglas nutzen. Vielleicht liegt schon eines im Schrank. Es zeigt erstaunlich viel und trainiert das Finden. Auch das Night Sky Network der NASA empfiehlt Einsteigern diesen Start. Siehe Ferngläser.
- Durch fremde Teleskope schauen. Besuche eine Sternwarte oder einen Beobachtungsabend. Dort siehst du, wie ein Dobson, ein Refraktor oder ein Smart-Teleskop in der Praxis wirkt. Siehe Sternwarten.
- Das passende Teleskop wählen. Mit dem Teleskop-Berater und der Kaufberatung nach Budget.
- Erst dann Zubehör kaufen – wenn du merkst, was dir fehlt.
Welches Instrument passt zu dir?
| Instrument | Ideal für | Stärken | Schwächen | Richtpreis (Stand Okt. 2026) |
|---|---|---|---|---|
| Fernglas | Einstieg, Übersicht, Mond, Sternhaufen | Sofort bereit, grosses Feld, günstig | Wenig Vergrösserung, Zittern ab 10× | 50–150 CHF |
| Dobson | Nebel, Galaxien, Sternhaufen, Planeten | Viel Öffnung pro Franken, einfach, stabil | Gross, keine Nachführung | 250–450 CHF |
| Linsenteleskop | Mond, Planeten, Doppelsterne, Reisen | Wartungsarm, robust, kühlt schnell aus | Wenig Öffnung pro Franken, Farbsaum (Achromat) | 120–530 CHF |
| Newton auf Montierung | Allround, später auch Fotografie | Viel Öffnung, kein Farbsaum | Justieren, Montierung oft schwach | 240–560 CHF |
| Maksutov / Schmidt-Cassegrain | Mond, Planeten, Balkon, wenig Platz | Kompakt, lange Brennweite, oft mit GoTo | Enges Feld, lange Auskühlzeit | 590–2010 CHF |
| Smart-Teleskop | Farbbilder von Nebeln, Stadt | Findet alles selbst, Bild aufs Handy | Kein direkter Blick, App-Abhängigkeit | 450–3920 CHF |
Die Preise stammen aus den Beispielen auf den jeweiligen Seiten. Sie zeigen Grössenordnungen, keine Tiefstpreise.
Grundbegriffe in zwei Minuten
Öffnung – der wichtigste Wert
Die Öffnung ist der Durchmesser der Linse oder des Hauptspiegels in Millimetern. Sie bestimmt, wie viel Licht das Teleskop sammelt. Das BBC Sky at Night Magazine nennt sie das oft wichtigste Merkmal eines Teleskops. Die Lichtmenge wächst mit der Fläche: Ein Teleskop mit doppeltem Durchmesser sammelt viermal so viel Licht.
Verglichen mit dem dunkeladaptierten Auge (Pupille rund 7 mm) rechnet man: (Öffnung ÷ 7)². Ein Teleskop mit 70 mm sammelt also etwa 100-mal so viel Licht wie dein Auge, eines mit 200 mm über 800-mal so viel.
Die Öffnung bestimmt auch das Auflösungsvermögen, also wie eng zwei Sterne beieinander stehen dürfen, damit du sie noch getrennt siehst. Die Dawes-Grenze lautet: 116 ÷ Öffnung in mm = Bogensekunden. Ein 130-mm-Teleskop trennt also theoretisch Doppelsterne mit knapp 0,9 Bogensekunden Abstand.
Brennweite und Vergrösserung
Die Brennweite ist der Weg, den das Licht im Teleskop bis zum Brennpunkt zurücklegt. Zusammen mit dem Okular ergibt sie die Vergrösserung:
Vergrösserung = Brennweite Teleskop ÷ Brennweite Okular
Die sinnvolle Maximalvergrösserung liegt bei etwa dem Doppelten der Öffnung in Millimetern (BBC Sky at Night Magazine). Darüber wird das Bild nur noch grösser, aber dunkler und unschärfer. Die Untergrenze liegt bei etwa Öffnung ÷ 7. Mehr unter Vergrösserung.
Öffnungsverhältnis
Das Öffnungsverhältnis ist Brennweite ÷ Öffnung, geschrieben als «f/5» oder «f/10». Ein 200-mm-Teleskop mit 1000 mm Brennweite hat f/5. Werte unter etwa f/7 gelten als «schnell» (kurzes Rohr, grosses Gesichtsfeld, gut für Nebel und Sternfelder), Werte über etwa f/9 als «langsam» (langes Rohr, hohe Vergrösserungen fallen leichter, gut für Planeten).
Obstruktion
Bei Spiegel- und Kompaktteleskopen sitzt ein kleiner Fang- oder Sekundärspiegel mitten im Lichtweg. Er verdeckt einen Teil der Öffnung (angegeben in Prozent des Durchmessers) und senkt den Kontrast bei feinen Planetendetails etwas. Für Planeten sollte sie nach einer gängigen Faustregel möglichst nicht über rund 35 Prozent liegen.
Steckhülse: 1,25 oder 2 Zoll
Okulare und Zubehör haben genormte Durchmesser: 1,25 Zoll (31,75 mm) ist der Standard, 2 Zoll (50,8 mm) für Weitwinkel-Okulare mit langer Brennweite. 0,965 Zoll ist veraltet und typisch für Kaufhaus-Teleskope – davon besser die Finger lassen. Mehr unter Okulare.
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Teleskop für AnfängerDie kurze Antwort zuerst: Für die meisten passt ein Dobson. Hier findest du die Empfehlung für dein Ziel und dein Budget – mit Beispielmodellen und Preisen in Franken.
KaufberatungFür jedes Budget gibt es eine gute Lösung – und für jedes Budget auch Fehlkäufe. Hier die ehrliche Übersicht, was du wofür bekommst.
FernglasDas unterschätzte Einsteigergerät: leicht, schnell bereit, mit grossem Gesichtsfeld – und vielleicht liegt es schon bei dir im Schrank.
LinsenteleskopDas klassische Fernrohr: robust, wartungsarm und sofort bereit – stark bei Mond, Planeten und Doppelsternen.
SpiegelteleskopViel Öffnung für wenig Geld: Das Newton-Teleskop ist der Klassiker unter den Amateurteleskopen – wenn du bereit bist, es ab und zu zu justieren.
DobsonEin Spiegelteleskop in einem einfachen Holzkasten: Für viele erfahrene Beobachter das beste erste Teleskop.
Kompakte TeleskopeLange Brennweite in einem kurzen Rohr: Diese Teleskope sind handlich, leicht zu transportieren und stark bei Mond, Planeten und Doppelsternen.
Smart-TeleskopeKamera statt Okular: Smart-Teleskope finden Objekte selbst und bauen auf dem Handy ein Bild auf. Faszinierend – aber ein anderes Erlebnis als der Blick durchs Okular.
Für KinderKinder brauchen kein Kinderteleskop, sondern ein einfaches, stabiles Instrument – und eine erwachsene Person, die mitschaut.
Gebraucht kaufenTeleskope halten bei guter Pflege jahrzehntelang. Gebraucht bekommst du oft mehr Gerät fürs Geld – wenn du weisst, worauf du achten musst.
AnfängerfehlerFast alle machen am Anfang dieselben Fehler. Wer sie kennt, spart Geld und Frust – und hat in der ersten Nacht schon schöne Erlebnisse.
Okulare, Filter, Montierungen und alles Weitere findest du im eigenen Bereich Zubehör.
Häufige Fragen
Brauche ich für den Anfang ein Teleskop?
Was kostet ein gutes Einsteiger-Teleskop?
Was ist der wichtigste Wert eines Teleskops?
Wie viel Vergrösserung ist sinnvoll?
Quellen (11)
- BBC Sky at Night Magazine: Telescope stats explained (abgerufen 14.10.2026)
- BBC Sky at Night Magazine: Understanding the limits of your telescope (abgerufen 14.10.2026)
- BBC Sky at Night Magazine: What is a fast telescope? (abgerufen 14.10.2026)
- Spacegazer: Telescope basics (Lichtsammelleistung) (abgerufen 14.10.2026)
- AstroPix (Jerry Lodriguss): Telescopes and eyepieces (Dawes-Grenze) (abgerufen 14.10.2026)
- Celestron Knowledgebase: How to determine which eyepieces to use with your telescope (abgerufen 14.10.2026)
- ScopeViews: Telescopes for planetary observing (Obstruktion) (abgerufen 14.10.2026)
- Telescope Advisor: How to choose a telescope eyepiece (Steckhülsen) (abgerufen 14.10.2026)
- NASA Night Sky Network: What kind of telescope should I buy? (abgerufen 14.10.2026)
- Händlerseite (optique-pro.fr, Preis in CHF): Sky-Watcher N 130/650 Heritage FlexTube (abgerufen 14.10.2026)
- Händlerseite (optique-pro.fr, Preis in CHF): Sky-Watcher N 200/1200 Skyliner Classic (abgerufen 14.10.2026)


