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Sternbilder erkennen und finden

Niemand erkennt Sternbilder an ihrer Form, sondern an ihren Nachbarn. Mit ein paar Ankerpunkten findest du dich am ganzen Himmel zurecht.

Zuletzt aktualisiert: 19.10.2026 · Von Michael Plangger

Sternenhimmel mit Milchstrasse über verschneiten Alpengipfeln
Bild: Eddie basler, CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Sternbilder sind die Wegweiser am Nachthimmel. Wer ein paar davon kennt, findet Planeten, Sternhaufen und Galaxien viel leichter. Das Gute: Du musst nicht alle 88 lernen. Ein halbes Dutzend Ankerpunkte genügt, um dich jederzeit zurechtzufinden.

Mehr erfahren – tippe auf einen Abschnitt

So erkennst du Sternbilder

«Niemand erkennt Sternbilder an ihrer Form, sondern an ihren Nachbarn», fasst sterngucker.de zusammen. Du beginnst bei einem sicheren Anker und arbeitest dich von dort weiter. Drei Tipps für den ersten Abend:

  1. Augen an die Dunkelheit gewöhnen: Lass sie etwa 20 Minuten im Dunkeln und schau nicht aufs Handy (Dunkeladaption).
  2. Beim Grossen Wagen im Norden beginnen (Grosser Wagen und Polarstern).
  3. Einen Abend ohne Vollmond wählen: Er überstrahlt schwache Sterne.

Das Prinzip heisst Star-Hopping, siehe Star-Hopping: Du springst von einem bekannten Stern zum nächsten. Ein Beispiel aus dem Frühling: Den Bogen der Deichsel des Grossen Wagens verlängerst du bis zum hellen, orangen Arktur und weiter zur Spika.

Der Grosse Wagen über einer Landschaft
Der Grosse Wagen ist für viele Menschen der erste Ankerpunkt am Nachthimmel.Bild: W.carter, CC0, Quelle: Wikimedia Commons

Sternbilder nach Jahreszeit

Welche Sternbilder du abends siehst, hängt von der Jahreszeit ab. Hier die vier Übersichten mit Merkhilfen:

Die folgende Tabelle zeigt, was jeweils um 22 Uhr (Winterzeit; im Sommer um 23 Uhr) hoch im Süden steht. Sie ist von sterngucker.de für 50° Nord gerechnet, für Mitteleuropa weicht es nur wenig ab.

Monat Hoch im Süden Achte auf
Januar Orion, Stier, Fuhrmann, Zwillinge Wintersechseck um Orion
Februar Zwillinge, Grosser Hund, Kleiner Hund, Orion Sirius, hellster Stern
März Krebs, Zwillinge; Löwe steigt im Osten Grosser Wagen hoch im Nordosten
April Löwe, Krebs, Wasserschlange Grosser Wagen fast im Zenit
Mai Jungfrau, Bärenhüter, Rabe Bogen: Deichsel, Arktur, Spika
Juni Bärenhüter, Nördliche Krone, Waage, Herkules Arktur hoch im Süden
Juli Herkules, Schlangenträger; tief im Süden Skorpion Sommerdreieck steigt im Osten
August Leier, Schwan, Adler; tief im Süden Schütze Sommerdreieck und Milchstrasse
September Schwan, Adler, Delfin, Steinbock Sommerdreieck im Westen
Oktober Pegasus, Wassermann; Andromeda steigt Herbstviereck
November Andromeda, Fische, Widder, Dreieck Kassiopeia als M im Zenit
Dezember Perseus, Stier, Widder; Orion im Osten Plejaden

Immer sichtbar: Sternbilder um den Pol

Manche Sternbilder gehen nie unter. Zirkumpolar heisst, dass ein Objekt an deinem Ort das ganze Jahr über am Himmel bleibt. Für Mitteleuropa gehören Grosser Bär (mit dem Grossen Wagen), Kleiner Bär (mit dem Polarstern), Kassiopeia und Kepheus dazu; der Drache gilt bei uns meist ebenfalls als zirkumpolar (Star Walk). Der Polarstern liegt etwa in der Mitte zwischen Grossem Wagen und Kassiopeia (Wikipedia).

Sternbild oder Sternzeichen?

Das sind zwei verschiedene Dinge. Sternbilder sind die 88 offiziellen Sternbilder der Astronomie. Sternzeichen sind zwölf gleich grosse 30°-Abschnitte der Ekliptik aus der Astrologie. Weil sich die Erdachse langsam taumelnd dreht (Präzession, ein Umlauf dauert rund 25 800 Jahre), haben sich Zeichen und Sternbilder seit der Antike um etwa 30° gegeneinander verschoben. Die Sonne steht Anfang Januar im Zeichen Steinbock, am Himmel aber im Sternbild Schütze (Wikipedia).

Muster, die keine Sternbilder sind

Wintersechseck, Sommerdreieck, Frühlingsdreieck und Herbstviereck sind keine von der IAU festgelegten Sternbilder, sondern auffällige Sternmuster (Asterismen) aus Sternen verschiedener Sternbilder. Sie helfen beim Finden. Das Herbstviereck gehört dabei nicht ganz zum Pegasus: Eine Ecke gehört zur Andromeda (Wikipedia).

Hilfsmittel

Häufige Fragen

Wie viele Sternbilder gibt es?
Die Internationale Astronomische Union (IAU) einigte sich 1922 auf eine Liste von 88 Sternbildern, die den ganzen Himmel abdecken. Die Grenzen wurden 1928 genehmigt und 1930 veröffentlicht.
Was ist der Unterschied zwischen Sternbild und Sternzeichen?
Ein Sternbild ist eine der 88 Gruppen der modernen Astronomie. Sternzeichen (Tierkreiszeichen) sind zwölf gleich grosse 30°-Abschnitte der Ekliptik aus der Astrologie. Durch die Präzession der Erdachse haben sich Zeichen und Sternbilder seit der Antike um etwa 30° gegeneinander verschoben.
Wo fange ich an, Sternbilder zu lernen?
Beim Grossen Wagen im Norden: Er ist das ganze Jahr sichtbar und führt dich zum Polarstern, zu Kassiopeia und zu weiteren Sternbildern. Wähle einen Abend ohne Vollmond und gewöhne deine Augen etwa 20 Minuten an die Dunkelheit.
Welche App hilft mir, Sternbilder zu erkennen?
Bewährt haben sich Stellarium, SkySafari und Sky Tonight. Eine Übersicht mit Tipps zum Nachtmodus steht unter Sternkarten und Apps.

Quellen (10)

  1. IAU: The Constellations (abgerufen 19.10.2026)
  2. Wikipedia: Sternbild (abgerufen 19.10.2026)
  3. Wikipedia: Tierkreiszeichen (abgerufen 19.10.2026)
  4. Wikipedia: Sternzeichen (abgerufen 19.10.2026)
  5. Haus der Astronomie: Die Welt der Sternbilder (PDF) (abgerufen 19.10.2026)
  6. sterngucker.de: Sternbilder am Himmel erkennen (PDF) (abgerufen 19.10.2026)
  7. Star Walk: Zirkumpolare Sternbilder (abgerufen 19.10.2026)
  8. Wikipedia: Zirkumpolarstern (abgerufen 19.10.2026)
  9. Wikipedia: Wintersechseck (abgerufen 19.10.2026)
  10. Wikipedia: Sommerdreieck (abgerufen 19.10.2026)

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