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Sternenscout

Sucher justieren

Zehn Minuten am Tag sparen dir Stunden Frust in der Nacht: So bringst du Sucher und Teleskop auf dieselbe Stelle.

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger · So wählen wir aus

Sucherfernrohr mit Winkeleinblick
Bild: The original uploader was Halfblue at English Wikipedia ., CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

Der Sucher ist das kleine Zielgerät auf dem Teleskop. Mit ihm zielst du grob, bevor du durchs Okular schaust. Das funktioniert aber nur, wenn Sucher und Teleskop genau auf dieselbe Stelle zeigen. Ein nicht justierter Sucher ist der häufigste Grund, warum Einsteiger «nichts finden».

Mehr erfahren – tippe auf einen Abschnitt

Zwei Arten von Suchern

  • Leuchtpunktsucher (Red-Dot): Du schaust durch ein kleines Glasfenster und siehst einen roten Punkt auf dem Himmel. Er vergrössert nicht. Celestron empfiehlt, das Auge etwa 15 bis 30 cm dahinter zu halten.
  • Optischer Sucher: Ein kleines Fernrohr mit Fadenkreuz, zum Beispiel mit 6-facher Vergrösserung und 30 mm Öffnung (6×30). Du schaust mit dem Auge nah am Okular hindurch. Er zeigt mehr und schwächere Sterne als das blosse Auge.
Blick durch einen Sucher mit Fadenkreuz
Blick durch einen optischen Sucher: Das Fadenkreuz markiert die Mitte, die Landschaft steht auf dem Kopf.Bild: SvonHalenbach, CC BY 2.5, Quelle: Wikimedia Commons

Bei beiden ist das Prinzip gleich: Das Teleskop bleibt stehen, und du verstellst nur den Sucher.

Justieren am Tag – Schritt für Schritt

  1. Ziel wählen. Such ein weit entferntes, feststehendes Ziel: eine Kirchturmspitze, die Spitze eines Strommasts, ein Verkehrsschild. Celestron nennt einige hundert Meter Abstand, telescopicwatch empfiehlt eher einen halben bis einen Kilometer.
  2. Teleskop aufstellen. Möglichst waagrecht und stabil.
  3. Okular mit der längsten Brennweite einsetzen – die grösste Zahl, also die kleinste Vergrösserung.
  4. Ziel im Teleskop einstellen. Peile zuerst grob über den Tubus, dann zentriere das Ziel im Okular. Den Sucher brauchst du dabei noch nicht.
  5. Genauer zentrieren (optional). Für mehr Präzision wechselst du zu einem Okular mit kürzerer Brennweite und zentrierst das Ziel noch einmal.
  6. Teleskop festklemmen. Ab jetzt darf es sich nicht mehr bewegen.
  7. Sucher einstellen. Schau durch den Sucher und dreh an seinen Justierschrauben oder -knöpfen, bis der rote Punkt oder das Fadenkreuz genau auf dem Ziel liegt. Beim optischen Sucher sitzen meist drei Rändelschrauben seitlich am Halter, beim Leuchtpunktsucher zwei Knöpfe.
  8. Kontrollieren. Schau noch einmal ins Okular, ob sich das Teleskop nicht verschoben hat, und korrigiere falls nötig.
  9. Gegenprobe. Zentriere ein zweites, weit entferntes Ziel im Sucher und prüf, ob es auch im Teleskop in der Mitte steht.

Kurz-Check in der Nacht

Auch ein gut justierter Sucher verschiebt sich gerne beim Transport. Zu Beginn jeder Beobachtung:

  1. Einen hellen Stern im Sucher zentrieren.
  2. Ins Okular schauen und den Stern dort zentrieren.
  3. Den Sucher nachstellen, bis der Stern auch darin genau in der Mitte liegt.

Celestron fasst das zusammen: Wenn ein Objekt im Sucher zentriert ist, aber nicht im Okular mit kleiner oder mittlerer Vergrösserung erscheint, ist es Zeit für eine kurze Nachjustierung.

Helligkeit einstellen

Leuchtpunktsucher haben einen Drehknopf für Ein/Aus und Helligkeit. Stell den Punkt so schwach wie möglich ein, dass du ihn noch siehst – sonst überstrahlt er die schwachen Sterne. Schalt den Sucher nach der Beobachtung aus, damit die Batterie nicht leer ist, wenn du ihn das nächste Mal brauchst.

Typische Fehler

  • Nachts erstmals justieren: Sterne bewegen sich, und im Dunkeln ist alles schwieriger. Am Tag geht es viel schneller.
  • Ziel zu nah: Ein Ziel in 30 Metern Entfernung führt zu einer falschen Justierung für den Himmel. Je weiter weg, desto besser.
  • Teleskop beim Justieren bewegen: Dann stimmt der Bezug nicht mehr. Teleskop festklemmen, nur den Sucher verstellen.
  • Zu hohe Vergrösserung beim Einstellen: Mit kleinem Feld findest du das Ziel im Teleskop kaum. Starte mit dem längsten Okular.
  • Halter nicht fest: Sitzt der Sucher wacklig im Schuh, verliert er die Justierung sofort wieder. Erst gut befestigen, dann justieren.

Häufige Fragen

Leuchtpunktsucher oder optischer Sucher?
Der Leuchtpunktsucher (Red-Dot) zeigt einen roten Punkt auf dem Himmel, ohne zu vergrössern – sehr intuitiv. Ein optischer Sucher vergrössert und zeigt schwächere Sterne, das hilft beim Star-Hopping. Viele Beobachter nutzen beides.
Warum stimmt mein Sucher nach dem Transport nicht mehr?
Sucher mit Rändelschrauben und Federhalterung können sich beim Tragen und Transportieren leicht verschieben. Prüf die Justierung deshalb zu Beginn jeder Nacht kurz an einem hellen Stern.
Kann ich auch nachts justieren?
Ja, an einem hellen Stern oder am Mond. Am Tag ist es aber einfacher, weil ein irdisches Ziel stillsteht und du alles gut siehst.

Quellen (2)

  1. Celestron Knowledgebase: Aligning Your Celestron Finderscope – A Step-by-Step Guide (abgerufen 14.10.2026)
  2. telescopicwatch.com: How I Align Telescope Finderscopes (abgerufen 14.10.2026)

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