Planeten 2026 und 2027: Oppositionen, Elongationen, Begegnungen
Die besten Termine für die Planeten: Oppositionen, grösste Elongationen von Merkur und Venus und enge Begegnungen am Himmel.
Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger

Planeten sind die dankbarsten Ziele für Einsteiger: hell, auch in der Stadt gut zu sehen und schon im kleinen Teleskop voller Details. Wann sie am besten stehen, hängt von ihrer Lage zur Sonne ab.
Opposition: die beste Zeit für Mars, Jupiter und Saturn
Die äusseren Planeten – Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun – stehen bei der Opposition der Sonne gegenüber. Dann gehen sie bei Sonnenuntergang auf, stehen um Mitternacht am höchsten im Süden und sind die ganze Nacht zu sehen. Gleichzeitig sind sie der Erde besonders nah und darum am hellsten.
2026 sind Jupiter (Januar), Neptun (September), Saturn (Oktober) und Uranus (November) an der Reihe, 2027 Jupiter und Mars (beide Februar), Neptun, Saturn und Uranus. Mars fehlt 2026 – seine nächste Opposition ist erst im Februar 2027. Dann lohnt sich das Teleskop für ihn besonders.
Grösste Elongation: Merkur und Venus
Merkur und Venus kreisen innerhalb der Erdbahn. Bei der grössten Elongation stehen sie am weitesten neben der Sonne:
- Östliche Elongation: am Abendhimmel nach Sonnenuntergang, im Westen.
- Westliche Elongation: am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang, im Osten.
Wie gut das in der Schweiz klappt, hängt von der Jahreszeit ab: Manchmal steht Merkur trotz grossem Abstand nur knapp über dem Horizont. Der Kalender sagt dir darum, wie hoch der Planet in der Dämmerung steht.
Begegnungen am Himmel
Stehen zwei helle Planeten oder Mond und Planet eng beisammen, ist das ein schöner Anblick mit blossem Auge und im Fernglas. Aufgeführt sind nur Begegnungen, die in der Schweiz bei Dunkelheit zu sehen sind: zwei helle Planeten näher als 1,5 Grad, Mond und Planet näher als 2 Grad. Der Vollmond ist zum Vergleich etwa ein halbes Grad gross.
Alle Planeten-Termine 2026 und 2027
Alle Zeiten in Schweizer Zeit (MEZ/MESZ).
2026
Planeten
Jupiter in Opposition
Jupiter steht der Sonne gegenüber: Er geht am Abend auf, ist die ganze Nacht zu sehen und so hell wie sonst nie im Jahr (−2,7 mag, Sternbild Zwillinge). Höchster Stand gegen 00:35 Uhr, rund 65 Grad hoch im Süden. Schon ein ruhig gehaltenes Fernglas zeigt die vier grossen Monde.Planeten
Merkur am Abendhimmel (grösste östliche Elongation)
Merkur erreicht mit 18 Grad den grössten Abstand östlich der Sonne – Abendhimmel, −0,6 mag. Um 18:27 Uhr (Ende der bürgerlichen Dämmerung) steht er rund 11 Grad hoch im Westen. Mit dem Fernglas erst suchen, wenn die Sonne untergegangen ist.Planeten
Merkur am Morgenhimmel (grösste westliche Elongation)
Merkur erreicht mit 28 Grad den grössten Abstand westlich der Sonne – Morgenhimmel, 0,2 mag. Von der Schweiz aus steht er dabei sehr tief in der Dämmerung und ist kaum zu finden.Planeten
Merkur am Abendhimmel (grösste östliche Elongation)
Merkur erreicht mit 25 Grad den grössten Abstand östlich der Sonne – Abendhimmel, 0,4 mag. Um 22:05 Uhr steht er nur 9 Grad hoch im Nordwesten – freie Sicht zum Horizont nötig. Mit dem Fernglas erst suchen, wenn die Sonne untergegangen ist.Planeten
Mond bei Merkur
Die zunehmende Mondsichel steht am Abend nur 1,7 Grad neben Merkur – um 22:27 Uhr rund 5 Grad hoch im Nordwesten. Schön mit blossem Auge und im Fernglas.Planeten
Mond bei Venus
Die zunehmende Mondsichel steht in der Nacht nur 0,6 Grad neben Venus – um 23:07 Uhr rund 7 Grad hoch im Nordwesten. Schön mit blossem Auge und im Fernglas.Planeten
Merkur am Morgenhimmel (grösste westliche Elongation)
Merkur erreicht mit 19 Grad den grössten Abstand westlich der Sonne – Morgenhimmel, 0,1 mag. Um 05:29 Uhr steht er nur 8 Grad hoch im Osten – freie Sicht zum Horizont nötig. Mit dem Fernglas nur suchen, solange die Sonne noch nicht aufgegangen ist.Planeten
Venus am Abendhimmel (grösste östliche Elongation)
Venus erreicht mit 46 Grad den grössten Abstand östlich der Sonne – Abendhimmel, −4,5 mag. Um 21:11 Uhr steht sie nur 8 Grad hoch im Westen – freie Sicht zum Horizont nötig.Planeten
Neptun in Opposition
Neptun steht der Sonne gegenüber: Er geht am Abend auf, ist die ganze Nacht zu sehen und so hell wie sonst nie im Jahr (7,8 mag, Sternbild Fische). Höchster Stand gegen 01:20 Uhr, rund 43 Grad hoch im Süden. Nur im Teleskop als bläuliches Pünktchen zu erkennen – Sternkarte nötig.Planeten
Saturn in Opposition
Saturn steht der Sonne gegenüber: Er geht am Abend auf, ist die ganze Nacht zu sehen und so hell wie sonst nie im Jahr (0,2 mag, Sternbild Walfisch). Höchster Stand gegen 01:17 Uhr, rund 45 Grad hoch im Süden. Die Ringe zeigt schon ein kleines Teleskop.Planeten
Mond bei Mars
Die abnehmende Mondsichel steht am Morgen nur 0,8 Grad neben Mars – um 06:55 Uhr rund 53 Grad hoch im Südosten. Schön mit blossem Auge und im Fernglas.Planeten
Merkur am Abendhimmel (grösste östliche Elongation)
Merkur erreicht mit 25 Grad den grössten Abstand östlich der Sonne – Abendhimmel, −0,1 mag. Von der Schweiz aus steht er dabei sehr tief in der Dämmerung und ist kaum zu finden.Planeten
Mond bei Jupiter
Der abnehmende Halbmond steht in der Nacht nur 1,8 Grad neben Jupiter – um 01:04 Uhr rund 7 Grad hoch im Osten. Schön mit blossem Auge und im Fernglas.Planeten
Jupiter und Mars eng beisammen
Jupiter und Mars stehen nur 1,2 Grad auseinander – im Fernglas gemeinsam im Bildfeld. Gut zu sehen am Morgen, etwa um 06:43 Uhr rund 56 Grad hoch im Süden.Planeten
Merkur am Morgenhimmel (grösste westliche Elongation)
Merkur erreicht mit 20 Grad den grössten Abstand westlich der Sonne – Morgenhimmel, −0,6 mag. Um 07:05 Uhr (Beginn der bürgerlichen Dämmerung) steht er rund 11 Grad hoch im Südosten. Mit dem Fernglas nur suchen, solange die Sonne noch nicht aufgegangen ist.Planeten
Uranus in Opposition
Uranus steht der Sonne gegenüber: Er geht am Abend auf, ist die ganze Nacht zu sehen und so hell wie sonst nie im Jahr (5,6 mag, Sternbild Stier). Höchster Stand gegen 00:13 Uhr, rund 63 Grad hoch im Süden. Mit Fernglas und Sternkarte als grünliches Sternchen zu finden.
2027
Planeten
Venus am Morgenhimmel (grösste westliche Elongation)
Venus erreicht mit 47 Grad den grössten Abstand westlich der Sonne – Morgenhimmel, −4,6 mag. Um 07:38 Uhr (Beginn der bürgerlichen Dämmerung) steht sie rund 23 Grad hoch im Südosten.Planeten
Mond bei Jupiter
Der Vollmond steht in der Nacht nur 1,7 Grad neben Jupiter – um 23:06 Uhr rund 41 Grad hoch im Südosten. Schön mit blossem Auge und im Fernglas.Planeten
Merkur am Abendhimmel (grösste östliche Elongation)
Merkur erreicht mit 18 Grad den grössten Abstand östlich der Sonne – Abendhimmel, −0,6 mag. Um 18:03 Uhr (Ende der bürgerlichen Dämmerung) steht er rund 10 Grad hoch im Südwesten. Mit dem Fernglas erst suchen, wenn die Sonne untergegangen ist.Planeten
Jupiter in Opposition
Jupiter steht der Sonne gegenüber: Er geht am Abend auf, ist die ganze Nacht zu sehen und so hell wie sonst nie im Jahr (−2,6 mag, Sternbild Löwe). Höchster Stand gegen 00:42 Uhr, rund 58 Grad hoch im Süden. Schon ein ruhig gehaltenes Fernglas zeigt die vier grossen Monde.Planeten
Mars in Opposition
Mars steht der Sonne gegenüber: Er geht am Abend auf, ist die ganze Nacht zu sehen und so hell wie sonst nie im Jahr (−1,2 mag, Sternbild Löwe). Höchster Stand gegen 00:44 Uhr, rund 58 Grad hoch im Süden. Im Teleskop zeigt Mars jetzt am meisten Einzelheiten.Planeten
Merkur am Morgenhimmel (grösste westliche Elongation)
Merkur erreicht mit 28 Grad den grössten Abstand westlich der Sonne – Morgenhimmel, 0,1 mag. Von der Schweiz aus steht er dabei sehr tief in der Dämmerung und ist kaum zu finden.Planeten
Merkur am Abendhimmel (grösste östliche Elongation)
Merkur erreicht mit 23 Grad den grössten Abstand östlich der Sonne – Abendhimmel, 0,4 mag. Um 21:49 Uhr (Ende der bürgerlichen Dämmerung) steht er rund 11 Grad hoch im Nordwesten. Mit dem Fernglas erst suchen, wenn die Sonne untergegangen ist.Planeten
Merkur am Morgenhimmel (grösste westliche Elongation)
Merkur erreicht mit 21 Grad den grössten Abstand westlich der Sonne – Morgenhimmel, 0,3 mag. Um 05:06 Uhr steht er nur 6 Grad hoch im Nordosten – freie Sicht zum Horizont nötig. Mit dem Fernglas nur suchen, solange die Sonne noch nicht aufgegangen ist.Planeten
Merkur am Abendhimmel (grösste östliche Elongation)
Merkur erreicht mit 26 Grad den grössten Abstand östlich der Sonne – Abendhimmel, 0,0 mag. Von der Schweiz aus steht er dabei sehr tief in der Dämmerung und ist kaum zu finden.Planeten
Neptun in Opposition
Neptun steht der Sonne gegenüber: Er geht am Abend auf, ist die ganze Nacht zu sehen und so hell wie sonst nie im Jahr (7,8 mag, Sternbild Fische). Höchster Stand gegen 01:17 Uhr, rund 43 Grad hoch im Süden. Nur im Teleskop als bläuliches Pünktchen zu erkennen – Sternkarte nötig.Planeten
Saturn in Opposition
Saturn steht der Sonne gegenüber: Er geht am Abend auf, ist die ganze Nacht zu sehen und so hell wie sonst nie im Jahr (−0,1 mag, Sternbild Fische). Höchster Stand gegen 01:15 Uhr, rund 50 Grad hoch im Süden. Die Ringe zeigt schon ein kleines Teleskop.Planeten
Merkur am Morgenhimmel (grösste westliche Elongation)
Merkur erreicht mit 19 Grad den grössten Abstand westlich der Sonne – Morgenhimmel, −0,6 mag. Um 06:41 Uhr (Beginn der bürgerlichen Dämmerung) steht er rund 11 Grad hoch im Südosten. Mit dem Fernglas nur suchen, solange die Sonne noch nicht aufgegangen ist.Planeten
Venus und Mars eng beisammen
Venus und Mars stehen nur 0,3 Grad auseinander – im Fernglas gemeinsam im Bildfeld. Gut zu sehen am Abend, etwa um 17:20 Uhr rund 6 Grad hoch im Südwesten.Planeten
Uranus in Opposition
Uranus steht der Sonne gegenüber: Er geht am Abend auf, ist die ganze Nacht zu sehen und so hell wie sonst nie im Jahr (5,6 mag, Sternbild Stier). Höchster Stand gegen 00:16 Uhr, rund 64 Grad hoch im Süden. Mit Fernglas und Sternkarte als grünliches Sternchen zu finden.Planeten
Mond bei Venus
Die zunehmende Mondsichel steht am Abend nur 1,7 Grad neben Venus – um 17:17 Uhr rund 7 Grad hoch im Südwesten. Schön mit blossem Auge und im Fernglas.
Häufige Fragen
Muss ich genau am Tag der Opposition beobachten?
Warum sind Merkur und Venus nie um Mitternacht zu sehen?
Was bedeutet «eng beisammen»?
Quellen (5)
- National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ): Celestial Phenomena in 2026 (unabhängige Prüfung) (abgerufen 14.10.2026)
- National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ): Celestial Phenomena in 2027 (unabhängige Prüfung) (abgerufen 14.10.2026)
- NASA Science, Astronomy Picture of the Day 18.9.2010: Opposite the Sun (abgerufen 14.10.2026)
- Astronomy Engine 2.1.19 (Don Cross), JavaScript-Dokumentation – Berechnung für Zürich (47,37° N, 8,54° O, 410 m) (abgerufen 14.10.2026)
- International Meteor Organization (IMO): 2027 Meteor Shower Calendar, hg. von J. Rendtel (IMO INFO(3-26)) – Tabelle 5: Arbeitsliste mit Sonnenlänge des Maximums und ZHR (abgerufen 14.10.2026)
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