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Sternenscout

Perseiden

Die Perseiden sind der bekannteste Sternschnuppenstrom: Mitte August, in warmen Nächten und gut für die ganze Familie.

Zuletzt aktualisiert: 19.10.2026 · Von Michael Plangger

Perseiden über dem Very Large Telescope in Chile
Bild: ESO/S. Guisard, CC BY 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Die Perseiden sind der bekannteste Sternschnuppenstrom des Jahres. Sie fallen in die warmen Augustnächte und lassen sich ohne Instrument beobachten. Ihren Namen tragen sie vom Sternbild Perseus, aus dem die Meteore zu kommen scheinen (dem Radianten).

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Maximum 2026 und 2027

Der Strom ist vom 17. Juli bis 24. August aktiv (IMO).

Jahr Maximum (UT) Zeit (MEZ/MESZ) Mond
2026 13. August, ca. 02–04 UT ca. 04–06 Uhr MESZ, Morgendämmerung Neumond am 12. August: optimale Bedingungen
2027 13. August, 08–10 UT (IMO) 10–12 Uhr MESZ, Tageslicht zwischen erstem Viertel und Vollmond, nur kurze mondfreie Zeit

Das Maximum 2026 ist vorbei. Für 2026 haben wir die Zeit aus der IMO-Sonnenlänge berechnet, weil der IMO-Kalender 2026 nicht mehr abrufbar war. Das Maximum ist breit: Die beste Nacht 2026 war die vom 12. auf den 13. August; auch die Nächte davor und danach brachten Meteore. Der Neumond fiel auf den 12. August, den Tag der Sonnenfinsternis.

Für 2027 nennt die IMO zusätzlich zwei mögliche Staubspur-Begegnungen am 12. August (19:18 und 23:46 UT, also 01:46 MESZ am 13. August). Die zweite könnte nach IMO-Angaben höhere Raten bringen, ist aber unsicher. Die IMO rechnet ausserdem damit, dass Jupiter den Strom näher an die Erdbahn schiebt und die Raten 2027 um 10 bis 20 % höher liegen könnten.

Wie viele Sternschnuppen sind es?

Die ZHR liegt bei den Perseiden bei rund 100 bis 110 (IMO). Sie gilt aber nur für perfekten Himmel mit dem Radianten im Zenit. In Städten mittlerer Breiten sind es eher 10 bis 30 Meteore pro Stunde (Wikipedia). Die Meteore sind schnell (59 km/s), manche Feuerkugeln sind so hell wie die Venus.

Perseiden über dem Very Large Telescope in Chile
Perseiden über dem Very Large Telescope in Chile.Bild: ESO/S. Guisard, CC BY 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

So beobachtest du die Perseiden

  • Kein Instrument: Perseiden beobachtest du am besten mit blossem Auge. Fernglas und Teleskop zeigen nur einen kleinen Ausschnitt (AMS).
  • Dunkel und liegend: Suche einen dunklen Ort (Dunkle Orte), leg dich in den Liegestuhl oder auf eine Isomatte.
  • Augen anpassen: Mindestens 20 bis 30 Minuten, kein Handy-Licht (Dunkeladaption).
  • Blickrichtung: ein dunkles Stück Himmel auf halber Höhe zwischen Horizont und Zenit (AMS). Raten sind am höchsten in den Stunden vor der Dämmerung; in Mitteleuropa am besten etwa 2 bis 3 Uhr (Wikipedia).
  • Weit vom Radianten: Schau 20 bis 40° vom Radianten weg, dann siehst du längere Spuren.

Den Radianten im Perseus finden

Der Radiant liegt im Perseus, nahe der Grenze zur Kassiopeia. So findest du ihn: Von der Hinterachse des Grossen Wagens fünfmal über den Polarstern bis zur Kassiopeia, dann rechtwinklig nach rechts, etwa halbwegs zu Capella (Wikipedia). Mehr dazu unter Grosser Wagen und Polarstern. Du musst den Radianten aber nicht finden, um Meteore zu sehen.

Karte: Radiant der Perseiden im Sternbild Perseus
Radiant der Perseiden im Sternbild Perseus.Bild: Sanu N, CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Woher kommen die Perseiden?

Die Perseiden stammen vom Kometen 109P/Swift-Tuttle. Er braucht für einen Umlauf rund 130 Jahre (IMO; NASA nennt 133 Jahre). Die Körnchen seiner Staubspur verglühen in etwa 80 bis 120 km Höhe (AMS); sie sind laut NASA so gross wie ein Sandkorn bis eine Erbse. Meteoroid, Meteor und Meteorit unterscheiden: Der Meteoroid ist der Körper im All, der Meteor die Leuchterscheinung, der Meteorit der seltene Rest am Boden.

Berühmt sind die Perseiden als «Laurentiustränen»: Der Name geht auf das Fest des Märtyrers Laurentius am 10. August zurück (Wikipedia). 1993 und 2004 gab es besonders starke Raten (ZHR über 200 im Jahr 2004). Für 2028 gibt es eine unbestätigte Prognose für erhöhte Aktivität.

Alle Ströme im Überblick: Meteorströme 2026 und 2027. Der nächste grosse Strom im Winter: Geminiden.

Häufige Fragen

Wann sind die Perseiden 2027?
Der Strom ist vom 17. Juli bis 24. August aktiv. Das Maximum liegt 2027 laut IMO am 13. August zwischen 08 und 10 Uhr UT, in Mitteleuropa also tagsüber (10 bis 12 Uhr MESZ). Beobachte deshalb in den Nächten davor und danach. Der Mond steht zwischen erstem Viertel und Vollmond und stört einen Teil der Nacht.
Wie viele Sternschnuppen sehe ich bei den Perseiden?
Die ZHR von rund 100 ist ein Idealwert für perfekt dunklen Himmel. In Städten mittlerer Breiten sind es eher 10 bis 30 pro Stunde, an dunklen Orten deutlich mehr.
Wohin soll ich schauen?
Nicht direkt zum Radianten im Perseus. Schau auf ein dunkles Stück Himmel etwa auf halber Höhe zwischen Horizont und Zenit; die Spuren zeigen nur zurück zum Radianten.
Woher kommen die Perseiden?
Vom Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Erde fliegt jedes Jahr im August durch seine Staubspur; die Körnchen verglühen in 80 bis 120 km Höhe.
Warum heissen sie «Laurentiustränen»?
Der Name geht auf das Fest des Märtyrers Laurentius am 10. August zurück, das mit dem Erscheinen der Perseiden zusammenfällt.

Quellen (7)

  1. IMO: 2027 Meteor Shower Calendar (Perseiden, Radiant, Mondlage) (abgerufen 19.10.2026)
  2. American Meteor Society: Meteor Shower FAQ (abgerufen 19.10.2026)
  3. American Meteor Society: Meteor Shower Calendar 2026–2027 (abgerufen 19.10.2026)
  4. NASA Science: Perseids (abgerufen 19.10.2026)
  5. Wikipedia: Perseiden (abgerufen 19.10.2026)
  6. Wikipedia (en): Perseids (abgerufen 19.10.2026)
  7. Wikipedia (en): Solar eclipse of August 12, 2026 (abgerufen 19.10.2026)

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