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Sternenscout

Rotlicht statt Weisslicht

Eine schwache rote Lampe schont deine Nachtsicht – wenn sie wirklich schwach und wirklich rot ist.

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger · So wählen wir aus

Teleskope im Rotlicht auf der Terrasse der Sternwarte im Aostatal
Bild: Nikki Miller, CC BY 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Wer bei einem öffentlichen Beobachtungsabend einer Sternwarte vorbeischaut, sieht überall rotes Licht: an Stirnlampen, auf Bildschirmen, manchmal sogar an der Treppe. Das hat einen guten Grund.

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Warum rot?

Deine Nachtsicht hängt am Sehfarbstoff Rhodopsin in den Stäbchen der Netzhaut. Helles Licht baut ihn ab, und es dauert 20 bis 40 Minuten, bis er wieder aufgebaut ist (mehr unter Augen an die Dunkelheit gewöhnen). Laut US National Park Service lösen tiefrote Lampen diesen Abbau nicht in gleichem Mass aus – deshalb arbeiten Astronominnen und Astronomen mit Rotlicht.

Ganz harmlos ist aber auch rotes Licht nicht. Der National Park Service betont, dass eine schwache rote Lampe am besten ist. Eine grelle rote Stirnlampe kann die Nachtsicht ebenfalls beeinträchtigen – und sie blendet alle anderen.

Welche Rotlichtlampe ist die richtige?

Achte beim Kauf oder Basteln auf diese Punkte:

  • Tiefrot statt orange: Das Licht sollte dunkelrot wirken, nicht rosa oder orange.
  • Dimmbar: Am besten stufenlos bis fast ganz dunkel.
  • Kein Weisslicht beim Einschalten: Manche Stirnlampen starten immer im Weisslicht-Modus – genau der Blitz, den du vermeiden willst. Ideal ist ein eigener Schalter für Rot.
  • Stirnlampe oder Handlampe: Eine Stirnlampe lässt die Hände frei. Halte sie aber nach unten gerichtet, damit du niemanden blendest.

Mehr zu Lampen und anderem Zubehör findest du unter Zubehör.

Handy, Tablet und Laptop

Bildschirme sind die häufigsten Störenfriede. So machst du sie nachttauglich:

  1. Nachtmodus der App: Viele Astronomie-Apps haben einen roten Nachtmodus; bei SkySafari heisst er zum Beispiel «Night Vision». Mehr unter Sternkarten und Apps.
  2. Helligkeit auf Minimum stellen, automatische Helligkeit ausschalten.
  3. Systemweiter Rotfilter: Beim iPhone und iPad färbst du den ganzen Bildschirm rot unter Einstellungen → Bedienungshilfen → Anzeige & Textgrösse → Farbfilter → «Farbton», dann Intensität und Farbton nach rechts schieben. Viele Android-Geräte bieten in den Einstellungen ähnliche Filter; der Weg dorthin ist je nach Hersteller verschieden. Richte das zu Hause bei Licht ein.
  4. Benachrichtigungen aus: Eine aufblinkende Nachricht ist ein heller Lichtblitz.
  5. Rote Folie über dem Laptop-Bildschirm hilft zusätzlich.

Selber machen

Wenn du noch keine Rotlichtlampe hast:

  • Eine kleine Taschenlampe mit mehreren Lagen roter Folie (z. B. aus dem Bastelladen) überziehen.
  • Oder die Glasscheibe mit rotem Nagellack bemalen, bis das Licht dunkelrot ist.
  • Fahrrad-Rücklichter sind meist zu hell und blinken oft – nur mit zusätzlicher Abdunkelung brauchbar.

Häufige Fragen

Schadet rotes Licht der Nachtsicht gar nicht?
Doch, ein wenig – vor allem, wenn es hell ist. Tiefrotes Licht stört die Stäbchen aber deutlich weniger als weisses. Darum gilt: so schwach wie möglich, so rot wie möglich.
Reicht eine Taschenlampe mit roter Folie?
Als Notlösung ja. Mehrere Lagen roter Folie oder Nagellack machen das Licht dunkler und röter. Besser ist eine Lampe mit roter LED und stufenlos dimmbarer Helligkeit.

Quellen (4)

  1. U.S. National Park Service: Dark Adaptation of the Human Eye and the Value of Red Flashlights (abgerufen 14.10.2026)
  2. Webvision (University of Pittsburgh): Light and Dark Adaptation (abgerufen 14.10.2026)
  3. Simulation Curriculum: SkySafari 8 Plus (App Store) (abgerufen 14.10.2026)
  4. British Astronomical Association: Dark adapting an iPhone/iPad (2021) (abgerufen 14.10.2026)

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